Hallo, mein Name ist „Helmut“

Hallo, mein Name ist „Helmut“

Mein Name ist Helmut, meine Freunde nennen mich aber Elmo.

Hunde haben es, wie auch kleine Babies schwer, denn bei ihrer Namensgebung haben sie weder ein Mitentscheidungsrecht, noch können sie sich gegen ihren Namen wehren. So müssen sie mit dem Namen, der ihnen gegeben wurde, leben und die blödesten Verhörer hinnehmen.

Ich wurde auf den Namen Elmo getauft. Ja, Elmo – wie das rote Monster aus der Sesamstraße. Ich weiß noch nicht genau, ob mein Mensch mir den Namen gab, weil ich als Welpe ein echtes Monster war oder einfach denselben Knopfaugenblick hatte. Aber sicherlich war ich einfach nur genauso so süß und kuschelig – mit Sicherheit!

Anfangs war ich begeistert von meinem Namen. Elmo: Er ist kurz, er ist knackig und eigentlich nicht misszuverstehen. Dachte ich zumindest.

Es fing alles damit an, dass meine Ohren schneller wuchsen als mein restlicher Körper, was womöglich an meinen nicht genau zu definierenden Rasseanteilen liegen könnte. Denn mit den großen Ohren, zog und ziehe ich immer noch,  so ziemlich alle Blicke auf mich und veranlasse dazu meinen Menschen auf mich anzusprechen.

„Jaaa was ist denn das für ein Hund, diese Ohren sind ja mal lustig. Nicht, dass er gleich wegfliegt“, fragen die meisten und das so ziemlich in der gleichen amüsierten Tonart.

Haha, ich lache mich wirklich jedes Mal schlapp – Achtung Ironie. Der Spruch war schon beim ersten Mal nicht lustig und wird es auch beim hundertsten Mal nicht! Aber sich Hauptsache über meine Ohren lustig machen und selbst eine Kartoffelnase im Gesicht hängen haben, als ob man der echte Elmo aus Sesamstraße wäre.

„Wie heißt er denn?“, ist dann häufig die zweite Frage, der immer noch sehr amüsierten Passanten.

Mein Mensch, immer nett und höflich also: „Er heißt Elmo“.

Darauf folgen eigentlich jedes Mal dieselben verwirrten und ungläubigen Blicke: „Was? Wie? Helmut?“

„Nein, nein. Nicht Helmut sondern E – L – M – O“, erwiderte mein Mensch brav. Schließlich möchte man die Situation ja aufklären.

„Ja, wie kommt man denn darauf, seinen Hund Helmut zu nennen?“

Au weia. Ich würde an dieser Stelle nicht so die Fassung halten können, wie mein Mensch. Aber ich bin ja zum Glück nur der Hund und muss mit solchen Menschen nicht reden.

„Er heißt ja auch nicht Helmut, sondern ELMO, wie das Monster aus der Sesamstraße.“

Ja, mein Mensch hat schon viel Geduld mit diesen Menschen.

Danach entsteht immer ein peinliches Schweigen und man sieht den Menschen an, dass sie überlegen. Die Betonung liegt wirklich auf „überlegen“, denn verstanden haben sie meinen Namen immer noch nicht und dazu muss man gewiss kein Hellseher sein. Das schaffte ich schon mit nur 4 Monaten zu erkennen und heute kann ich es riechen!

Mein Mensch holt dann jedes Mal tief Luft. Wäre ich mein Mensch, würde ich wohl eher ausholen statt Luftholen, aber wie schon erwähnt, ich bin ja zum Glück der Hund.

Nachdem dann immer noch nichts gesprochen wird und der Gegenüber nur peinlich berührt grinst, verabschiedet sich mein Mensch, denn schließlich haben wir nicht den ganzen Tag Zeit auf einen Geistesblitz zu warten.

„Na los komm…. Helmut ….“, sagt dann mein Mensch nur zu mir und wir gehen unseres Weges schweigend weiter.

Das ältere Rentnerpärchen, das wir in meinem Babyalter kennengelernt haben, ist bis heute davon überzeugt, dass ich Helmut heiße. Fast täglich begegnen wir ihnen, wenn wir an ihrem Stammbäcker vorbeilaufen. Und jedes Mal sagt sie zu ihm: „Manfred! Schau, da ist der kleine Helmut wieder!“

Bei so einer Freude, über den kleinen Helmut, bringt es mein Mensch einfach nicht über das Herz, ihnen irgendeine Illusion zu zerstören, also heiße ich bei ihnen eben Helmut, meine Freunde nennen mich aber Elmo.

Teilt ihr vielleicht mein Schicksal? Habt ihr auch einen Namen, den niemand auf anhieb versteht und euch kurzerhand umtauft?

Dann freue ich mich eure Geschichte zu hören, bestimmt fühle ich mich dann gleich besser 🙂